Warum ein digitaler Rückzugsort?

Abendhimmel mit leuchtenden rosa und orangen Wolkenstreifen über der dunklen Silhouette von Bäumen und Hausdächern.

Eigentlich sollte stonelett schon 2021 ein Ort für Handgemachtes werden. Doch während die Website im Wartungsmodus vor sich hin schlummerte, passierte das Leben: Neue Hobbys kamen, Routinen festigten sich und mein Fokus verschob sich. Heute ist stonelett nicht mehr das Projekt von damals. Es ist inzwischen die Antwort auf ein ganz anderes Bedürfnis: Den Wunsch nach einem Raum ohne Zweckbindung und Algorithmen – ein eigener Blog statt Social Media.

Warum erwacht diese Website gerade jetzt aus dem Wartungsmodus?

Seit ich diese Website 2021 aufgesetzt habe, ist nicht viel passiert. Sie lag im Rohzustand rum. Die ganze Zeit im Wartungsmodus. Damals hatte ich gerade meine Leidenschaft fürs Mikro-Makramee entdeckt und irgendwie wollte ich da was Größeres draus machen. Es hat mich einfach fasziniert.

Das ist dann aber nie passiert. Und irgendwann kam ich vom Mikro-Makramee zum Nähen. Ich habe mich da komplett reingeschmissen und mir alles selbst beigebracht. Hab mich in meiner Freizeit voll und ganz aufs Nähen fokussiert. Inzwischen nähe ich das meiste meiner Kleidung selbst und es ist Routine geworden. Ich hatte wieder Kapazitäten für was Neues. Also kamen irgendwann Pflanzen. Dann riesige Diamond-Painting-Bilder mit mindestens 200 Farben. Und Sticken. Book Nooks stehen auch noch auf der Liste. Lesen läuft so nebenbei, immer mal phasenweise. Neben all dem, der Arbeit und der Familie (mit Hunden und Kindern) fiel die Website einfach hinten unter.

Bis ich irgendwann öfter mal den Gedanken hatte, stonelett auf die Weise zu nutzen, wie ich es gerade vorhabe. Aber irgendwie war mir das zu unkonkret. Ich konnte den Gedanken selbst nicht richtig greifen. Also legte ich ihn wieder zur Seite.

Auslöser fürs Angehen war dann letztlich, dass ich so richtig Lust drauf hatte, mal wieder eine Website aufzubauen. So richtig von Grund auf – nicht nur pflegen und aktualisieren. Das letzte Mal ist ja schon einige Jahre her. Seitdem hat sich technisch so viel verändert und weiterentwickelt. Da wollte ich mich einfach mal auf den aktuellen Stand bringen und diese „neue Sprache“ lernen. Mich mal wieder in was ganz anderes reinfuchsen. Als ich anfing, mich mit den technischen Dingen auseinanderzusetzen, kam der Sinn dieser Seite fast von selbst:

Ein Raum, in dem meine Gedanken nicht zweckgebunden sind. In dem ich denken und schreiben kann, ohne dass es direkt eine Struktur braucht. Hier ist Ordnung nicht so wichtig. Hier hab ich Platz, um über all die Dinge zu schreiben, die mich nebenher noch interessieren. Und das sind viele Dinge.

Warum wünsche ich mir einen Platz außerhalb des Rahmens?

Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich eigentlich auf meinem Menschenfieber-Blog zu Hause bin. Doch dort verfolge ich ein klares Ziel: Mit Menschenfieber möchte ich etwas erreichen. Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen sich in ihrer Haut wohlfühlen, weil sie sich gesund und empathisch abgrenzen können. Dafür schreibe ich Blogartikel – zur fachlichen Aufklärung, fürs Selbstcoaching, aber auch zu bestehenden Angeboten. Denn in erster Linie bin ich dort psychologischer Coach. Begleiter. Mein Menschenfieber-Blog hat ein abgegrenztes Thema und eine Struktur, die ich mir über lange Zeit erarbeitet habe – und die mir heute Halt gibt und mir hilft, meiner Arbeit treu zu bleiben. Eine Arbeit, die mir sehr wichtig ist und einen klaren Rahmen braucht. Aber: Ich bin mehr als dieser Rahmen.

So oft habe ich Gedanken, die einfach nur raus möchten. Oder ich recherchiere für mich interessante Dinge, die ich natürlich dann auch sortieren und festhalten will. Ich könnte all das auch bei Menschenfieber veröffentlichen. Aber dort schreibe ich für andere. Hier erst mal nur für mich. Das ist quasi mein Wohnzimmer, aber die Tür steht für dich offen und ich freue mich, dass du da bist.

Vielleicht ist es auch ein Stück Notizbuch. Ein Zwischenspeicher. Für Gedanken, die zwar auch zu Menschenfieber passen, wo ich aber gern noch ein bisschen Drumherum hätte, bevor ich sie dort veröffentliche.

Warum veröffentlichen – wenn es doch mein Raum ist?

Psychologisch macht es einen Unterschied, ob mein Text in einer passwortgeschützten Datei liegt oder im Internet steht. Wenn ich weiß, dass jemand mitlesen könnte, versuche ich automatisch mich klarer auszudrücken. Ich reflektiere tiefer und nehme mir mehr Zeit. Und das ist wie ein Feinschliff beim Sortieren.

Diese Website ist für mich aber auch wie ein Anker. Wie eine Galerie meiner Gedanken und der Dinge, die mich beschäftigen. Ich schaue hier viel eher mal wieder rein, als in mein Notizbuch.

Und natürlich freue ich mich auch, wenn Menschen hierher finden, die ähnliche Interessen teilen und die einfach nur hier sind, weil es gerade schön ist. Die vielleicht auch Lust haben, sich auszutauschen. Also: Schreib gerne deine Gedanken in die Kommentare, maile mir oder komm rüber zu Instagram. Wobei mir Blog-Kommentare und ruhige Mails ehrlich gesagt lieber sind, als reizüberflutendes Social Media.

Warum ein eigener Blog statt Social Media?

Wenn mein Blog mein Wohnzimmer ist, dann ist Social Media wie eine vielbefahrene Kreuzung. Oder wie ein Fluss, der alles wegspült. Nach einem tiefgreifenden Gedanken kommt direkt ein Katzenvideo oder eine politische Debatte. Der Gedanke wird einfach nur kurz konsumiert und ist nach wenigen Stunden irgendwo im digitalen Orkus verschwunden.

Außerdem werden Gedanken dort sofort bewertet und die Gefahr ist groß, dass aus einer persönlichen Reflexion eine Performance wird. Selbst wenn man gar nicht auf Bestätigung aus ist, kann sich ein innerer Filter einschleichen, der fragt: „Ist das relevant genug?” In meinem Wohnzimmer darf ein Gedanke auch einfach mal unfertig, sperrig oder nur für mich wertvoll sein, ohne den unterschwelligen Beigeschmack des Feed-Vergleiches.

Bei Social Media hab ich auch oft das Gefühl, man muss immer lauter werden. Wer gerade vorbeiläuft, schnappt was auf. Der Rest überhört’s. Wer aber auf meinem Blog landet, hat die Türschwelle ganz bewusst überschritten. Es fühlt sich an, als würde ich Gäste begrüßen. Die Erfahrung habe ich mit meinem Menschenfieber-Blog schon so oft gemacht. Aufmerksamkeit und Kommentare sind viel tiefer, konzentrierter und respektvoller.

Dennoch bin auch ganz gern mal bei Social Media unterwegs, teile Einblicke in meinen Alltag und in meinen Kopf. Aber eben nur sehr begrenzt. Zum Vernetzen finde ich es super. Zum Verbinden darf es dann gern ein anderer Kanal sein.

Wie geht es jetzt hier weiter?

Ich weiß noch nicht genau, wie viel von dem, was ich mir gerade vorstellen kann, wirklich hier landen wird. Momentan habe ich einfach nur Lust auf diesen Raum und ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Tür hierher öffne. Möglicherweise ist es auch nur der Reiz des Neuen. Wer weiß … Ich lass mich einfach mal selbst überraschen.


Hi, ich bin Anett. Kaffee-Genießerin, Kopf-Mensch und Autodidaktin. Langeweile kenne ich eigentlich nicht. Denn ich liebe es, in neuen Themen und Projekten zu versinken. Ohne mein Familienleben und die Hunde würde ich dabei wohl oft die Zeit vergessen – und die Welt vor der Tür gleich mit.


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