Ich wünsche mir ein Leben, von dem ich mich nicht erholen muss.
Diesen Satz höre ich sehr oft. Und diesen Wunsch hatte ich auch selbst. Neulich lief mir dieser Satz wieder über den Weg und ich dachte sofort: Es geht immer um die Balance.
Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, wie ein solches Leben aussieht. Für die einen ist es sowas wie Dauerurlaub und nur noch das tun, was einem so richtig Spaß macht. Für die anderen ist es einfach ein Leben, das nicht permanent erschöpft – auch wenn es weiterhin anstrengend sein kann.
So ganz ohne Anstrengungen, ohne Aufgaben, die uns auch mal herausfordern, werden wir irgendwann träge und unzufrieden. Dann können wir auch den Dauerurlaub nicht mehr genießen.
Der Punkt ist wohl der, dass wir herausfinden müssen, was uns grundsätzlich Freude macht und erfüllt und unter welchen Bedingungen wir am besten mit Herausforderungen umgehen können. Denn das, was uns erschöpft und was diesen Wunsch in uns weckt, ist meiner Erfahrung nach oft ein Alltag, der nicht unseren Werten entspricht. Entweder passt die Aufgabe nicht oder die Bedingung, unter der wir diese Aufgabe meistern sollen.
Ich finde gar nichts verkehrt daran, sich zu verausgaben, sodass man sich hinterher erholen muss. Solange das kein Dauerzustand ist. Gleichzeitig bleibt es wichtig, sich immer wieder kurze Pausen zu nehmen, bevor man sie braucht. Aus meiner Sicht schließt sich das nicht aus.
Das Leben ist dynamisch. Mal brauchen wir mehr von dem einen, dann wieder mehr von dem anderen. Wir dürfen uns nicht ablenken und blenden lassen, von den kleinen Einblicken, die wir in das Leben anderer bekommen. Das, was wir sehen oder zu sehen glauben, ist nicht deren kompletter Alltag. Es ist oft nur das Ergebnis einer vorausgegangenen Anstrengung.
Mit einem starken Warum dahinter und mit einem guten Gefühl für sich selbst ist eine solche Anstrengung nichts Negatives und nichts, was man vermeiden muss.


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