Ich hab mir neulich mal wieder so viel Lesezeit genommen, wie schon lange nicht mehr.
Und in dem Buch, das ich gerade lese, ging es an einer Stelle um Dinge, die man tun möchte, wenn „das alles“ endlich vorbei ist. Also die ständige Bewegung, der Druck, das Unvorhersehbare … Die Antwort im Buch war: „Wie kommst du darauf, dass das vorbei geht?“
Da bin ich echt hängengeblieben. Denn genau das ist mein Gefühl der letzten Wochen, sogar Monate. Kaum ist eine Sache halbwegs okay, kommt die nächste mit voller Wucht. Wenn ich mich da einfach mitziehen lassen habe, fühlte mich abgehetzt. Weil ich auf den Moment hingearbeitet hab, wo alles endlich erledigt ist, sodass wieder Ruhe in den Alltag kommen kann.
Wann habe ich meinen normalen Alltag zurück? Das ist eine Frage, die mir immer wieder mal in den Sinn kam.
Das Gute ist: Immer wenn diese Frage in mir aufploppte, erinnerte ich mich auch wieder an die Antwort, die ich für mich mal gefunden hatte: „Das hier ist momentan mein normaler Alltag.“
Radikale Akzeptanz: Es ist jetzt, wie es ist. Das ist gerade der Alltag. Punkt.
Ich hab mich immer wieder daran erinnert, dass ich nicht wirklich kontrollieren kann, was passieren wird. Die Erwartung, dass es irgendwann einfacher und wieder ruhiger wird, ist am Ende das, was mich müde macht. Es gibt kein Danach, in dem plötzlich alles glattläuft. Es gibt nur das Jetzt.
Sobald ich die Erwartung loslasse, dass es irgendwann ruhiger werden soll, sackt die Anspannung ein Stück ab und ich kann wieder durchatmen. Die Dinge werden dann nicht leichter. Aber ich höre auf, mit aller Kraft dagegen anzukämpfen. Dann finde ich auch einen gesünderen Umgang mit ihnen. Und dann habe ich tatsächlich ein bisschen mehr Ruhe.
Es ist, wie es ist. Und es wird das, was ich daraus mache.


Schreibe einen Kommentar