Scrapbooking Rabbit Hole

Mit Kaffee gefärbter Papierumschlag, dekoriert mit einer rosa-weißen Häkelborte, Schmetterlings-Stickern und getrockneten Blumen.

Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich dort rein gekommen bin, aber ich war fast das gesamte Wochenende über im Scrapbooking Rabbit Hole. Nur mal kurz einem Gedanken nachgehen (wo auch immer der her kam) und zack … weg war ich.

Mein erster Gedanke, als ich die Tür dazu öffnete: „Wow, wie wunderschön! Und so vielseitig. Hier ist wirklich alles möglich. Und je unperfekter, desto besser.“

Mein zweiter Gedanke: „Aber was macht man dann damit?“

Ich habe nach wie vor ein Problem damit, Dinge herzustellen, die keinen nützlichen Sinn ergeben. Obwohl ich natürlich weiß: Wenn es Freude macht, ist es Sinn genug.

Auch der Upcycling-Gedanke war hier nicht ausreichend. Selbst wenn ich überwiegend Material verwende, was ich eh schon da habe – und was sonst in Schubfächern verstaubt oder in den Müll kommt –, was mache ich dann mit den ganzen Kunstwerken?

Ich übe mich zwar weiterhin darin, dass nicht alles einen praktischen Nutzen ergeben muss, aber ein paar passende Zwecke kamen mir dann dennoch in den Sinn:

In erster Linie halte ich Erinnerungen, Stimmungen und Atmosphäre fest. Schon dieser Gedanke allein hat mich ziemlich glücklich gemacht. Die Häkelborte auf dem Briefumschlag vom Titelbild ist z. B. von meiner verstorbenen Schwiegeroma. Ich habe einige solcher Dinge, die schöne Erinnerungen wecken, wenn sie nicht gerade auf dem Dachboden vor sich hin schlummern.

Und als ich mir dann vorstellte, wie ich die Seiten gestalte – und dabei immer mehr Ideen kamen –, hab ich direkt ein altes, wunderschönes Notizbuch rausgekramt, das sich perfekt dafür eignet. Ich hatte es mal angefangen, aber seit Jahren nicht mehr genutzt. Nun wird es neu belebt.

Allerdings sehe ich mich jetzt schon mit mir hadern, gewisse Materialien zu verwenden. Weil ich glaube, dass sie vielleicht viel besser zu einem späteren Design passen könnten. Wenn ich auch fortgeschrittener bin und weiß, was ich tu. Denn wenn ich sie jetzt nutze, sind sie weg. Oder ich bring es nicht übers Herz, Motive zu überkleben und zu zerkleinern, weil sie doch so schön aussehen … Aber ich stelle mich dem. Weil ich nicht darauf warten möchte, es besser zu können oder die bessere Idee zu haben.

Ich freu mich aufs Gestalten.

Gleichzeitig habe ich jetzt wieder einen Grund mehr, Reste und Schnipsel zu sammeln. Und das, wo ich doch ausmisten und Platz schaffen wollte.


Hi, ich bin Anett. Kaffee-Genießerin, Kopfmensch und Autodidaktin. Langeweile kenne ich eigentlich nicht. Denn ich liebe es, in neuen Themen und Projekten zu versinken. Ohne mein Familienleben und die Hunde würde ich dabei wohl oft die Zeit vergessen – und die Welt vor der Tür gleich mit.


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