Gezwungene Ruhe. Mal sehen, wofür es gut ist.
Der Hund musste operiert werden und mein Alltag findet nun in Slow Motion statt. Er folgt einer ganz neuen Struktur. Und alles passiert extra langsam, mit extra viel Ruhe. Weil sich jede Unruhe auf den Hund überträgt. Ein junger Hütehund-Mischling aus dem Tierschutz. Nervös, sensibel und viele Flausen im Kopf. Wir haben schon viel Ruhe reinbekommen in den 10 Monaten, die er nun bei uns ist. Aber das hier bringt jetzt noch mal eine ganz andere Qualität von Ruhe mit sich.
Es fühlt sich gerade fast so an, als würden wir mit allem bei Null starten. Wie damals, als wir ihn zu uns geholt haben. Er war ein Jahr alt und kannte nichts. Gar nichts. Er hatte Angst vor allem: Treppenhaus, Türen, Wassermelone … Fremde Menschen. Andere Hunde.
Nun muss er ruhen, darf kaum raus. Hat wieder Angst vor dem Autofahren und vor neuen Umgebungen.
Wir fangen also wieder an. Nicht ganz bei Null, aber im selben langsamen Takt. Ich sitze hier mit meinem Kaffee und merke, wie der Kopf rattert. Aber das bringt nichts. Diese erzwungene Ruhe ist jetzt eben da. Und ich muss mir bewusst machen, dass sie nicht wirklich ein Rückschritt ist. Auch wenn es sich gerade so anfühlt. Sie ist einfach der Rahmen für die nächsten Wochen. Ich muss die Ruhe für ihn halten, ob ich will oder nicht. Jetzt sitzen wir eben beide fest. Ich am Küchentisch, er auf seiner Decke. Aber wer weiß, wozu es gut ist.


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